Unsere Kirche
Die freistehende Kirche zusammen mit dem Oberen Schloss und den Wirtschaftsgebäuden der Gutsverwaltung, dem alten Pfarrhaus und der Zehntscheune ist der Mittelpunkt in einem Ensemble aus Bonfelds Blütezeit im Spätbarock.
Die heutige Pfarrkirche wurde von 1773-1775 erbaut, nachdem das der heiligen Margarethe geweihte ältere Gotteshaus aus dem 15. Jahrhundert baufällig geworden war.
Die Patronatsherrschaft der Barone von Gemmingen ließ zunächst den abgetragenen Turm neu aufbauen und im Folgejahr wurde nach der feierlichen Grundsteinlegung am 6. Juni 1774 das Langhaus von der bürgerlichen Gemeinde vollendet. Über der Westtüre erkennen wir das von Schnörkelwerk umrahmte von Gemmingensche Wappen mit der Inschrift `Deo T. O. M. Sacrum`(dem dreieinigen besten höchsten Gott geweiht.) Eine 1891 erneuerte schöne Freitreppe führt zum Eingang an der Südseite, über dem wir die Jahreszahl 1774 erkennen können.
Im 29,5 m hohen Turm hängen seit 1952 drei von der Firma Bachert in Heilbronn gegossene Glocken. Die beiden großen Glocken mit dem Gemmingenschen Wappen wurden im 2. Weltkrieg eingeschmolzen. Die dritte wertvolle Barockglocke mit der Inschrift `Bonfelder Gemeinglocke 1773`wurde nach Friolzheim verkauft, da eine Einstimmung mit den neuen Glocken nicht gelang. Die Kirchturmuhr mit ihren weithin sichtbaren Zeigern auf allen vier Seiten des Glockenturms wurde 1967 erneuert. Der Innenraum der Kirche ist das Ergebnis der Renovierung von 1957/58, wobei die Deckengemälde aus dem Jahre 1907 verloren gegangen sind. Der Kunstmaler Theodor Kronenberger hatte das Mittelfeld der Deckenfläche mit einem Bild der Bergpredigt ausgemalt und in den Seitenfeldern kam die Taufe Jesu und das Abendmahl zur Abbildung.
Auch ein großer Teil der barocken Inneneinrichtung wurde zerstört, insbesondere wurden die auf Höhe der Kanzel zu beiden Seiten angebrachten Logen entfernt (links für die Linie des Oberen Schlosses, rechts für die des unteren Schlosses). Nur der Mittelteil des Altarbereichs mit der jetzt isolierte Kanzel und dem Kruzifix davor blieb erhalten. Darüber ist auch der historische Orgelprospekt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts noch vorhanden. Die Orgel, die man ursprünglich aus der alten Kirche übernommen hatte, wurde bereits zum 150 jährigen Jubiläum 1925 ausgetauscht. Das heutige Instrument wurde um 1965 durch die Firma Walcker aus Ludwigsburg erbaut und erscheint dem beträchtlichen Wert seiner historischen Prospektfront kaum angemessen. Den Taufstein stiftete Maria Magdalena von Gemmingen 1873. Die beiden Ölbilder des Bad Rappenauer Malers Holger Schlesinger schmücken den Altarraum seit 1998. Mit der Erneuerung des Gestühls wurde auch die Innengliederung des Kirchenschiffs verändert und es gibt jetzt keinen Mittelgang mehr. Erhalten blieben dagegen die beiden Emporen auf der Westseite. Die erste Empore war ursprünglich den Männern vorbehalten; die Jugendlichen saßen auf der zweiten Empore und die Frauen hatten ihre Plätze auf der Eingangsebene.