03.09.17

Frauen der Reformation

so lautet die Predigtreihe unseres Distriktes. Denn es gab nicht nur gescheite und mutige Männer, die sich für die Reformation stark gemacht haben, es gab auch ebensolche Frauen: engagierte Pfarrfrauen wie z.B. Katharina Melanchton oder Frauen, die sogar selbst Schriften veröffentlicht haben wie z.B. Elisabeth Cruciger und Frauen, die aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung besonderen Einfluss hatten wie Katharina von Mecklenburg. Acht solcher außergewöhnlicher und interessanter Frauen werden Ihnen durch die acht Pfarrer/innen unseres Distriktes nähergebracht.

Am Sonntag, 3. September stellt uns Pfrin. Dr. Heidi Buch Ottilie Müntzer (um 1505 bis nach 1525) vor. Ottilie von Gersen ist ein Beispiel für all jene Pfarrerswitwen der ersten Generation, die nach dem Tode ihres Mannes unversorgt dastanden. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn sie das Kloster nicht verlassen und auch Thomas Müntzer nicht geheiratet hätte. Ottilie von Gersens Leben zeigt, wie die reformatorischen Impulse eine Frau zunächst zu neuen Unfern aufbrechen ließen, um sie später gnadenlos zu Fall zu bringen. Auch das ist ein Stück Reformationsgeschichte, in der Euphorie und Verzweiflung eng beieinander liegen.

Pfr. Thomas Binder berichtet am Sonntag, 10. September aus dem Leben der Ehefrau von Philipp Melanchton, Katharina, geb. Krapp (1497–1557). Von ihr ist nur wenig bekannt, nichts Schriftliches von ihr überliefert. Und doch offenbart sich in den schriftlichen Zeugnissen ihres Mannes eine glaubensstarke und mutige Frau, die in großer Bedrohung ohne Angst und ohne Hadern ihrem Schicksal entgegensah. Denn Katharina Melanchton war lange Zeit von Krankheiten geplagt und starb im Alter von 60 Jahren. Melanchton tröstet sich in seiner Trauer häufig mit dem Lieblingsgebet seiner Frau: »Verwirf mich nicht in meinem Alter, verlass mich nicht, wenn ich schwach werde.«